Das menschliche Immunsystem

 

Unser Immunsystem ist neben dem Gehirn und/bzw. Nervensystem das wohl komplexeste System des mensch- lichen Organismus. Wie das Gehirn können auch die Immunzellen er- kennen, unterscheiden und sich erinnern. Wie es genau funktioniert, ist der Wissenschaft noch nicht bis ins letzte Detail bekannt.

 

 

 

Aber das kann uns ja egal sein. Hauptsache es funktioniert... ;) Sofern es funktioniert und wir gesund sind !

 


Das menschliche Immunsystem ist ein äußerst komplexes «Räderwerk».

Wenn es in den Körper eingedrungene Krankheitserreger abwehrt, abgestorbene Zelle entsorgt, entartete Zellen (Krebszellen) erkennt und abtötet, harmlose oder körpereigene Strukturen hingegen unangetastet lässt, dann sind daran unterschiedliche Zelltypen (Leukozyten, weiße Blutkörperchen), Antikörper und Botenstoffe - ohne die im Immunsystem «gar nichts geht» - beteiligt. Das menschliche Immunsystem hält ständig an die 300 Billionen Bakterien in Schach, zieht geschädigte Körperzellen aus dem Verkehr und erhöht - wenns nötig wird - die Betriebstemperatur, damit etwaige Grippeviren ins Schwitzen kommen. Es verfügt über Milliarden an Abwehrzellen, jede einzelne ist nicht größer als ein tausendstel Millimeter.

 

Ergo: Das menschliche Immunsystem als ein äußerst genial-intelligentes und komplexes Netzwerk von unterschiedlichen Organen,  Drüsen, Zelltypen und Molekülen welches primär unser biologisch-physiologisches Gleichgewicht und Überleben sichern soll.

 

 

Erkenntnisse über die Zusammenhänge zwischen Psyche und Immunsystem liefert heute der Forschungszweig der Psychoneuroimmunologie. Dass bei Aufregung und Angst das Herz zu rasen beginnt, chronischer Stress zu erhöhtem Blutdruck führt, dass andererseits regelmäßiges Meditieren zu Veränderungen der Hirnstrukturen führt - das sind nur einige Beispiele die zeigen, dass geistig-seelische Fähigkeiten und Reaktionsweisen auch Auswirkungen auf den Körper und seine Organfunktionen haben.


Aus dieser Erkenntnis ist die sogenannte Psychosomatik hervorgegangen (Psyche für Atem, Hauch und Seele; Soma für Körper, Leib und Leben) welche Zusammenhänge zwischen Nervensystem, Hormon- und Immunsystem untersucht und das Wissen über die Interaktionen dieser komplexen Systeme durch eine Vielzahl von Forschungsarbeiten ständig erweitert. Das psychosomatische Verständnis geht davon aus, dass sich Körper und Seele gegenseitig beeinflussen, und sieht den Menschen als eine biopsychosoziale Einheit, deren einzelne Bestandteile nur miteinander funktionieren können.


Stress beeinträchtigt das Immunsystem


So sinkt etwa die Fähigkeit von bestimmten Immunzellen, sich auf einen Wachstumsreiz hin zu teilen und zu vermehren. Das ist insofern fatal, als für eine gut funktionierende Krankheitsabwehr und Krankheitsbekämpfung nicht nur die Funktion dieser Immunzellen gewährleistet, sondern darüber hinaus auch eine bestimmte Anzahl dieser Zellen vorhanden sein muss. Im Bedarfsfalle - etwa im Kontakt mit einem Krankheitserreger - ist es nötig, dass sich die Zellzahl erhöht. Stress und psychische Belastung können aber nicht nur die Fähigkeit zur Zellteilung hemmen, sie können unter anderem auch die für die Tumorbekämpfung wichtigen Natürlichen Killerzellen in ihrer Aktivität hemmen.

 

Ein komplexes Miteinander

 

Heute ist eindeutig belegt dass sich die Botenstoffe des Immun- und des Nervensystems gegenseitig beeinflussen, dass Botenstoffe des Immunsystems etwa die Funktion von Neurotransmittern übernehmen können. Andererseits können Botenstoffe des Nervensystems mit den Lymphozyten, bestimmten weißen Blutkörperchen interagieren und deren Funktion verändern.


So heilen Wunden unter Stress, unter vermehrter Ausschüttung des Stresshormons Adrenalin schlechter und es können, um ein weiteres Beispiel herauszugreifen, latente Virusinfektionen, die im Körper sozusagen
«friedlich» schlummern, unter Stress reaktiviert werden und eine Erkrankung auslösen. Das ist nach klinischen Beobachtungsstudien eindeutig gezeigt worden. Unter Stress oder psychischer Belastung werden aber auch vermehrt Entzündungsvermittelnde Substanzen (z.B. Cortisol aus der Nebennierenrinde) gebildet und die Folge können überschießende Entzündungsreaktionen sein.


Denken beeinflusst Aktivierung der Gene


Und es ist eindeutig dass unser Denken und Fühlen auch die Epigentik, die Aktivierung und Inaktivierung der Gene beeinflusst und somit einen größeren Einfluss auf die Entstehung von Krankheit oder Erhaltung von Gesundheit hat.

 

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