Das Rückenmark
Der Durchmesser des Rückenmarks eines Erwachsenen entspricht an seiner dicksten Stelle ungefähr demjenigen eines Fingers. Das ist erstaunlich, weil darin alle vom Gehirn absteigenden und zum Gehirn aufsteigenden Nervenbahnen verlaufen – insgesamt mehrere Millionen Nervenfasern.
Das etwa vierzig Zentimeter lange, röhrenförmige, graue Rückenmark hat die wichtige Funktion der Signalübermittlung im zentralen Nervensystem = Kommunikation zwischen dem Gehirn und den inneren Organen, den Muskeln und der Haut. Ohne dieses »Informationskabel«, das einen Durchmesser von etwa einem halben Zentimeter hat, könnten wir unsere Handlungen nicht steuern.
Das Mark besteht aus Nervenzellen, die einen Gewebestrang bilden. Dieser erstreckt sich etwa fingerbreit von der Unterseite des Gehirns über den Wirbelkanal bis in den Bereich des zweiten oder dritten Lendenwirbels.
Im Mark verlaufen vom Gehirn zum peripheren System und in umgekehrter Richtung sensorische und motorische Nervenzellen. Das Rückenmark hat dabei die Funktion einer Leitung, in der die Nervenzellen entsprechend ihren Aufgaben geschaltet und weitergeleitet werden. Es wiegt nur etwa 25 Gramm und befindet sich im Inneren der Wirbelsäule, so dass das Risiko einer Beschädigung relativ gering ist. Verletzungen des Rückenmarks können zu Wahrnehmungsstörungen oder Lähmungen führen.
Auch einfache Reflexe werden vom Rückenmark aus gesteuert. Bei einem entsprechenden Reiz werden die sensorischen und motorischen Nervenzellen direkt geschaltet, was zu sehr schnellen Reaktionen führt. Wenn beispielsweise jemand versehentlich mit der Hand eine heiße Herdplatte berührt, bewirkt die direkte Schaltung, daß die Hand blitzschnell zurückzuckt.
Ist die Wirbelsäule krank, ist man aus dem Gleichgewicht
Jede Wirbelfehlstellung ist Ursache für eine Vielzahl von Blockaden und Beschwerden auf verschiedenen Ebenen unseres Körpers: im Bereich der Nerven, im Kreislaufsystem, im energetischen und im
psychischen Bereich. Es entstehen Organstörungen und Schmerzen, die nicht nur auf den Rücken begrenzt sind. Die Ursache ist eine Störung der aus dem Rückenmark führenden Nerven.
Wirbelsäulenveränderungen können Ausdruck organischer Störungen bzw. krankhafter Veränderungen der inneren Organe sein. Umgekehrt können Schäden an der Wirbelsäule zu Störungen der inneren Organe
führen. Selbst die kleinste Veränderung der Wirbelsäule kann mit der Zeit ernorme Belastungen für den Körper verursachen. Es besteht außerdem ein Zusammenhang zwischen seelischer Belastung,
Schlafstörungen, Migräne, chronische Müdigkeit, Schwindel, Tinitus, Herzbeschwerden usw. und Wirbelsäulenbeschwerden.
- Halswirbelsäule: Hier austretende Nerven versorgen u. a. den Kopf, die Arme und die Hände.
- Brustwirbelsäule: Diese Nerven versorgen u. a. die Brust- und Bauchmuskulatur.
- Lendenwirbelsäule: Nerven, die hier austreten, versorgen die Beine.
- Kreuz- und Steißbeinwirbelsäule: Diese Nerven sind u. a. für den Darm und die Blase zuständig.
Informationen vom und zum Körper
Im Inneren des Rückenmarks liegt ein schmetterlingsförmiger Bereich, der vor allem die Körper von Nervenzellen enthält. Der äußere Bereich enthält vornehmlich Nervenfasern, die vom Rückenmark zum Gehirn oder umgekehrt vom Gehirn zum Rückenmark absteigen. Über lange Dendriten (Ausläufer von Nervenzellen, an denen die synaptischen Eingänge liegen) gelangen Informationen über Berührung, Temperatur, Körperstellung und Schmerz in das Rückenmark. Hier wird die Information umgeschaltet und an das Gehirn weiter geleitet. Umgekehrt erreichen Nervenfasern des Gehirns das Rückenmark, die Bewegungsbefehle leiten. Nervenzellfortsätze treten dann über das Rückenmark aus und geben die Befehle an die Muskeln etwa der Arme und Beine weiter und kontrollieren somit die Bewegung des Körpers. Hierzu eine interessante Animation. Bitte hier anklicken.
Verschiedenste wissenschaftliche Untersuchungen und unzählige Erfahrungen zeigen, dass sich Emotionen sowohl auf autonome Körperfunktionen wie Herzschlag, Blutdruck oder Blasen- und Darmtätigkeit als auch auf den Bewegungsapparat mit seinen Muskeln auswirken und sie beeinträchtigen können. Das Wechselspiel zwischen Psyche, Verhalten, dem Nerven- und Immunsystem wird u.a. von einem speziellen psychosomatischen Forschungsbereich untersucht, der
Psychoneuroimmunologie (PNI).
Sie hat bereits vielfältige Verknüpfungen zwischen den verschiedenen Bereichen herausgefunden, ohne meist im Einzelnen genau sagen zu können, auf welche Weise die Wechselwirkung ausgelöst wird. Einige Übertragungswege allerdings sind bereits gut erforscht, so wirkt sich z.B. chronischer Stress (Sorgen, Ängste, Verstimmungen, Ärger usw.) negativ auf die verschiedenen Zellen/Nervenzellen des Immunsystems aus.
Das psychosomatische Verständnis geht davon aus, dass sich Körper und Seele gegenseitig beeinflussen, und sieht den Menschen als eine biopsychosoziale Einheit, deren einzelne Bestandteile nur miteinander funktionieren können.