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Die instinktive bzw. tierische Ebene ist DIE bewegende Kraft in uns. Sie ist es die uns vorantreibt, die uns in Aktion bringt, die uns agieren, reagieren und "kämpfen" lässt. Sie ist dafür zuständig das wir uns schützen oder verteidigen bzw. abgrenzen wollen, wenn wir »spüren« das wir es brauchen. Sie bringt unsere Gefühle/Emotionen in Bewegung, sie ist die Triebfeder unserer Sexualität, mit ihr bzw. durch sie stellen wir uns den Herausforderungen des Lebens, wenn wir instinktiv fühlen das der richtige Zeitpunkt gekommen ist die Initiative zu ergreifen und in Aktion zu treten. Sie ist es auch die uns durch das Handeln in die Veränderung von bestimmten Momenten, Situationen oder Lebensphasen bringt.
Dieses instinktive Verhalten war schon in der Urzeit und davor (Evolution ~ Reptiliengehirn) des Menschen DIE bestimmende Kraft als Basis des Überlebenskampfes indem bestimmte physiologische (Stress)Reaktionen wie z.B. den Adrenalinausstoss (Angst als biochemischer Reflex in Folge von Hormonausschüttung), steigender Blutdruck, schneller Atem usw. in Gefahrensituationen Flucht-, Abwehr- oder Kampfreflexe auslösten (Angriffs- und Fluchtmuster oder einfach nur wie "gelähmt" ruhig und regungslos verharren...auch ein Überlebensmuster) - hier ist DER Sitz archaischer und tradierter Verhaltensweisen, die der Selbst- und Arterhaltung dienten und nach wie vor dienen.
Angst bewirkt im Menschen einen stressbedingten Reaktionsprozess, welcher die Voraussetzungen schafft für die Lebensgestaltung auf geistiger, emotionaler und körperlicher Ebene.
Auch hier sei angemerkt: Die neuronalen Verschaltungsmuster, die der Mensch in der frühkindlichen Entwicklung erlernt und in seinem Hirn gleichsam gebahnt hat, schaffen sein Verlangen, geliebt und anerkannt zu werden, und befähigen ihn erst dazu, etwas anderes als sich selbst lieben zu können. Nicht einbezogen in diese Überlegungen sind jene Strukturen auf Zellebene (DNA) welche unabhängig von unserer Geistes- bzw. Willenskraft agieren und eigenständige, (über Jahrmilliarden) evolutionsbedingte Abläufe (Überlebensmechanismen/Eigennutz) steuern.
Auff der anderen Seite steht die tierische Ebene auch für Ordnung und Regelmäßigkeit in uns und unserem Leben, das dann, sofern wir uns zu sehr in Gewohnheiten und dadurch dem Stillstand und der Stagnation hingeben, in überdosierte Langeweile, Abstumpfung, Unzufriedenheit, Sorgen und Ängste, Depressionen usw. bringt. Innere Unruhe und Gereiztheit kann sich zeigen. Wie ein Tier das in einem Käfig eingesperrt ist und seinem natürlichen Bewegungsdrang nicht nachgehen darf.
Instinktives Abwehrverhalten durch Schmerz, Kummer oder Wut drückt sich nur allzu oft durch verkrampfte Körperhaltungen und -positionen aus, an denen dann in weiterer Folge in ähnlichen Situationen «festgehalten» wird - bzw. werden diese «reproduziert». Diese Vorgangsweise kann sich dann als Verhaltensmuster festigen, was heißt dass mit der Zeit Muskelpartien verkürzen und verdicken, das Bindegewebe geht dorthin wo es nicht sein sollte, andere werden wiederum unbeweglich usw. Die Verfestigung körperlicher Reaktionen formt auch emotionale Muster. Der freie Fluss kann gestört werden, die subjektive Stimmung wird zunehmend beengter und hat die Tendenz in dieser Beengung zu verbleiben. Der Körper spiegelt den Inhalt der Gedanken wider.
Kennzeichnend für eine verletzte Tiernatur ist das Überreagieren in (scheinbaren) Konfliktsituationen, wir fühlen uns in die Ecke gedrängt und glauben aus dieser Position heraus uns immer und fortwährend verteidigen zu müssen, gehen ins rechtfertigen, sind womöglich sehr dominant und herrisch, zeigen unsere Krallen (was in manchen Situation ganz gut sein kann – die Dosis macht das Gift…), unsere Gefühle »galoppieren« mit uns sprichwörtlich davon und steigen uns kraftvoll in den Kopf und bestimmen unserer Verhaltensweisen, wir werden vom Tier in uns dominiert. Diese überreizten Gefühlsregungen (Stressfaktoren) strapazieren natürlich unsere innere Ordnung (Zentralnervensystem/Hormonhaushalt), wir fühlen uns ausgebrannt, ausgelaugt, unser Immunsystem wird belastet, es kann sich nicht wirklich nachhaltig regenerieren. Kleinste, kaum merkbare Funktionsstörungen können sich bemerkbar machen.
Unser Ziel darf es sein (wenn wir von einem Ziel sprechen wollen) das Tier in uns anzunehmen, zu transformieren, seine möglicherweise verletzten und verwundeten (körperlich, geistig oder seelisch) Stellen wahrzunehmen, uns unserer Instinktnatur gewahr zu werden, um dadurch die innere Ordnung und das Gleichgewicht auf der tierischen Ebene wieder herzustellen.
Das Tier in uns kann wieder seinen ihm angestammten Platz einnehmen um aus dieser Position, aus seinem natürlichen Instinktverhalten heraus, ruhig und besonnen (manchmal vielleicht auch "gestresst" - aber wohlwissend das wir wieder zur Ruhe kommen werden weil wir uns dieser Energien bewußt geworden sind) und dennoch bestimmt und mit innerer Kraft versehen, in Aktion treten zu können.
Allgemein gültige, begleitende und unterstützende Maßnahmen - um die Überaktivität/Dominanz/Stressbelastung in unserem Reptiliengehirn (und nicht nur dort) zu „beruhigen“, zu befreien von Anstrengung, Kampf und dem permanenten Bemühen alles richtig zu machen - und die man jederzeit selbstständig durchführen kann und sollte - sind regelmäßige Bewegung an frischer Luft, etwas bewegend/meditatives wie z.B. Yoga, QiGong, Taichi, grundsätzlich Atemübungen, Psychohygiene, gute Gespräche mit dem Partner bzw. Freunden, Waldspaziergänge, ausgewogene Ernährung, ausreichend Schlaf, für eine stimmige Atmosphäre im eigenen Heim zu sorgen, uvm.
Durch Stressminderung, ausgelöst durch die oben beschriebenen Maßnahmen können dominierende Strukturen in unserem Gehirnkomplex "besänftigt" bzw. verlagert werden, wir kommen mit dem Teil in uns in Berührung wo ein „neurologisches Erwachen“ und transformieren stattfinden kann. Aufmerksamkeit, Wertschätzung und Reflektionsfähigkeit sind unabdingbare Qualitäten welche uns bei der Selbstbeobachtung unterstützen - um zu integrieren und geistig/seelisch zu wachsen.
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