©
Die menschliche Ebene - oder auch «Verstandesebene», ist jener Ort, wo unsere Fähigkeiten und Kräfte des Denkens - und - unsere Intelligenz auf intellektueller Ebene mit all seinen Erscheinungsformen wie z.B. ordnungsstiftende Verarbeitung von Informationen, Begriffe bilden, Bedeutungen verstehen, abstrakte Konzepte entwickeln, Sinnzusammenhänge offen zu legen (Erkenntnisprozesse), Schlussfolgerungen zu ziehen und Probleme zu lösen usw. zu Hause sind.
Dies beinhaltet u.a. unsere Fähigkeiten zu reflektieren, zu werten und vergleichen, zu analysieren und entscheiden, zu
konstruieren und kreieren uvm. Es ist dies DER Bereich in unserem Körper, wo unsere Logik, unsere Ratio, unser Ego/Persona (Ideal-Ich und die Selbst-Vorstellung), unser Bewusstsein, unsere
Kreativität, die Fähigkeit des Begreifens und geistigen Erfassens (Kausalitäten, Abstrahieren, Schalt/Gedächtniszentrale usw.) ihr Zentrum haben. Die biologische Komponente ist u.a. das neuronale Zentrum mit der
Hormon- steuerung. Siehe dazu auch Aufbau, Einteilung und Funktion des zentralen Nervensystems .
Alle o.a. Grundlagen des menschlichen Handelns und Wirkens auf Verstandesebene werden durch die uns inneliegenden Lebenskräfte
(Integrität, Flexibilität, Reflexion, Hingabe) und Lebensebenen (physische, vegetative, tierische, spirituelle) genährt und wechselwirkend unterstützt. So sieht es zumindest die
OK.
Da unser Denken oder unsere Vorstellungskraft auch dafür zuständig ist, uns in Vergangenheit und Zukunft zu führen - weg von der Gegenwart - ist auch die Zeit (psychologische Zeit) auf der menschlichen Ebene zu finden. Sind wir ständig damit beschäftigt in der Vergangenheit (Identifikation) oder Zukunft (Projektion) «herumzudenken» (Erinnerungen, Vorstellungen, Illusionen, Sorgen, Ängste nähren sich hauptsächlich von Vergangenheit und Zukunft), so kann dies unsere innere Ordnung nachhaltig irritieren und dementsprechend beeinflussen. Eine unnatürlich wechselseitige Beeinflussung zwischen dem zentralen Nervensystem (Gehirn), dem endokrinen System (System der Drüsen) und dem Immunsystem (System zur körpereigenen Abwehr von Krankheitskeimen) kann möglicherweise stattfinden und sich in Form von Funktionsstörungen zeigen. Siehe Psychosomatik.
Wobei auch hier sei erwähnt: Nicht alles was mit unserem Denken außerhalb der Gegenwart zu tun hat ist für unseren Organismus schädlich...zu planen, Rückschau zu halten, sich an Strukturen und Gesetzmäßigkeiten halten usw. Alles was in unserem praktischen Leben notwendig ist, um angemessen zu handeln, ist häufig auch notwendig und angebracht. Sofern wir den dienenden Aspekt des Denkens nicht verkennen und die Dinge (Erfahrungen), immer im jeweiligen Moment als wesentliches Element bearbeiten und im hier und jetzt umsetzen. Planen und auf ein bestimmtes Ziel hinarbeiten – geschieht im JETZT. Unser Fühlen, Denken und Handeln findet immer im JETZT statt und wird niemals zu einem anderen Zeitpunkt stattfinden.
Glaubenssätze, Glaubensvorstellungen, Dogmen, Ideologien finden sich ebenso auf Verstandesebene wieder. Diese können, sofern an ihnen in extremer Form festgehalten wird, die Freiheit der Persönlichkeit und des Bewusstseins eines Menschen in grober Weise beeinflussen bzw. einschränken. Siehe rigide religiöse Glaubenssysteme oder politische Ideologien wie Rassismus, Kommunismus, oder Nationalsozialismus. Unsere Welt ist voll von Verstandes-Extremen…
Eine weitere Erklärung dafür das wir immer wieder Schwierigkeiten haben mit dem integrieren von neuen Sichtweisen und Zusammenhängen - unser Gehirn ist so gebaut bzw. strukturiert als das es "neues" nicht so ohne weiteres zulassen bzw. "einprogrammieren" kann. Allerdings reichen meiner Meinung nach allein der konzentrierte Wille und die Entschlossenheit auf mentaler Ebene dazu nicht aus - es kann eine Unterstützung sein - aber um schlußendlich alte und eingefahrene Geschichten einer Prüfung zu unterziehen und neue "Programme" zu installieren - bedarf es einer komplexen, integrativen (Lebenskräfte) und konstruktiven Herangehensweise. Das hängt vielleicht auch damit zusammen das uns Blockaden auf mentaler Ebene als eine Art "Selbstschutz" dienen - möglicherweise weil es aus ganz bestimmten Gründen einfach noch nicht Zeit ist neue Standpunkte einzunehmen. So wie kurzfristiger Stress ein natürlich-automatisches Regulationsprinzip sein kann oder aber auch einfach Symptome als Erkennungs- oder Schutzmechanismen wirken. Alles zu seiner Zeit...einfach so.
Funktionsweisen unseres Gehirns - bitte hier klicken.
Sind alle anderen Lebenskräfte und Ebenen in ihrer «Ordnung» und/oder an ihrem jeweiligen angestammten Platz, werden wir uns dem dienenden Aspekt des Verstandes auf natürliche und selbstverständliche Weise bewusst, und können aus diesem Vertrauen heraus «menschlich» (sinnvoll, konstruktiv, wohlwollend und wertschätzend) fühlen, denken und handeln, und verstehen auch den tieferen bzw. höheren Sinn und Zweck, der dahinter liegen mag. Weil wir uns von einer höheren Kraft und Einsicht inspirieren und führen lassen ? Unserer eigenen, inneren Weisheit die in Verbindung steht mit dem «was ist» ?
Wenn wir hier ein Ziel formulieren möchten dann könnte es das sein, das sich unser Verstand/Geist nicht mit unserem Ego identifiziert...wir werden zum Beobachter unseres Verstandes und lernen ihn zu verstehen...und ihn/uns zu lieben…
Der Verstand ist ein guter Diener - aber kein guter Herr...
Weiter zur Hingabe
Die Intuition ist ein göttliches Geschenk, der denkende Verstand ein treuer Diener. Es ist paradox, dass wir den Diener verehren und die göttliche Gabe entweihen.
(Albert Einstein)