Unsere Lebensenergie
Die Lebensenergie ist abhängig vom Entwicklungs- und Funktionszustand des Körpers und des Geistes.
Sie bestimmt unsere anderen Kräfte & Sinne:
- die Kraft der Wahrnehmung & Empfindung (vegetative Kraft)
- der Gedanken (Kraft des Verstandes)
- der Aktivitaet / Tatkraft (tierische Kraft)
- die Kraft des Vertrauens ins Leben (Selbstwert)
Der Mensch und seine Lebenskraft entwickelt sich in Abhängigkeit von seinen persönlichen Erfahrungen.
Ein Beispiel:
Ein Baby wird geboren, bewegt sich auf die Welt zu und sucht was es für seine Entwicklung braucht. Bedürfnisse lösen Bewegungen aus. Das Kind hat Hunger und sucht mit dem Mund nach der Mutter, die Nahrung verspricht. Je mehr das Kind mit seiner Suche ankommt und Antwort bekommt, desto gerichteter werden die Bewegungen.
Gute Erfahrungen bei dieser Suche begründen Selbstvertrauen und Selbstverständlichkeit in der Beziehung zur Umwelt.
Kommen wir bei unserer Suche nicht oder nur mangelhaft an, bekommen wir keine oder mangelnde Antwort oder stoßen wir sogar auf Ablehnung, dann reagieren wir mit Entsetzen, später mit Frustration. Diese Entwicklung mündet in eine Verleugnung der Bedürfnisse, um den Schreck oder den Schmerz über das Nicht-gehört, Nicht-gesehen und Nicht-begegnet-werdens zu vermeiden.
Müssen Bedürfnisse unterdrückt werden, wird das über die Zurückhaltung der Bewegung und der Atmung organisiert. Diese Verdrängungs- und Verleugnungarbeit kostet Energie / Muskelkraft. Die Muskulatur wird zum Halten der angelegten Bewegung genutzt, zur Selbstunterdrückung mißbraucht.
Es ist zu erkennen, daß der Widerstand in der Selbstanalyse und die tagtägliche Unterdrückung von Gefühlen immer mit charakteristischen, chronischen Muskelverspannungen verbunden sind. Diese Verspannungen sind das wesentliche Stück am Verdrängungsprozeß und gleichzeitig die Grundlage seiner dauerhaften Erhaltung.
Gleichzeitig wird der Atem kontrolliert und somit flacher. Die Kontrolle des Atem dient dazu Konflikte zu vermeiden, die durch einen offenen Ausdruck der Gefühle erfolgen können. Die so entstandenen physischen Blockaden und Hemmungen repräsentieren das Gegenstück zur psychischen Hemmung. Jede Muskelverspannung sorgt dafür, daß der ursprüngliche Konflikt und der damit verbundene Schmerz nicht mehr gespürt und schon gar nicht mehr ausgedrückt werden kann.
Ziel der ontologischen Kinesiologie ist es, Flexibilität in diese Gewohnheiten zu bringen, zu lernen sie zu steuern und bewußt mit der Lebenskraft umzugehen. Gefördert wird die Fähigkeit zu fühlen und von ganzem Herzen zu leben, entwickelt wird eine Gefühlsbewußtheit anstelle einer intellektuellen Bewußtheit.
Unsere Lebenskraft - Das Qi
Nach Auffassung der Kultur des alten China und des Daoismus durchdringt und begleitet das Qi alles was existiert und geschieht. Darüber hinaus ist die Vorstellung vom Qi die ideelle Grundlage der traditionellen chinesischen Medizin.
Das Wissen um die Bedeutung des Qi ist grundlegend in einer allumfassenden Denkweise. In unserer Sprache gibt es kein Wort mit dem man Qi exakt übersetzen kann, aber Begriffe wie „Lebensenergie“ und „Lebenskraft“ treffen wohl am ehesten zu. Das Qi durchströmt und beeinflusst sowohl physische, emotionale, spirituelle und intellektuelle Dimensionen. Es haucht der materiellen Welt Leben ein.
In diesem kurzen Wörtchen liegt für Chinesen das ganze Universum. Als 'Lebenskraft' oder 'Energie' wird es im Westen oft übersetzt, doch Qi bedeutet weit mehr als das. Das Qi ist so etwas wie die Melodie des Kosmos, sichtbar und zugleich unsichtbar steckt es in allem, das existiert.