Taoismus und OK
Was ist Taoismus ?
Das was ich Ihnen nachfolgend darlegen möchte bezieht sich auf meine Beobachtungen und Erfahrungen, die ich im Laufe der Zeit in irgendeiner Art und Weise mit dem Taoismus und seinen Aussagen gemacht habe. (es ist also meine subjektive Interpretation dessen). Da und dort erlaube ich mir aber doch auch, zitiertes aus verschiedenen Büchern und Schriften zu verwenden.
Sehen Sie es bitte ganz einfach als eine reduzierte Inhaltsangabe an grundsätzlichen Erklärungen über den Taoismus. Und da die Essenz der ontologischen Kinesiologie in keinster Weise in Widerspruch zu dem was den Weg des Tao ausmacht steht, beziehe ich Zusammenhänge auch aus diesem Segment mit ein.
Nach vielen Jahren des Lernens und unzähliger Verrücktheiten die alle irgendwie mit überzogenen idealistischen Überzeugungen, Wunsch-Denken, Begehrlichkeiten und daraus resultierender Irritationen und Projektionen zu tun hatten, möchte ich ganz einfach da und dort einen Impuls setzen (wie sie auch in mir auf Grund meiner Lernprozesse in Folge meiner "Verrücktheiten" gesetzt wurden) um zu zeigen, das es, so paradox es klingen mag, die Wahrheit unserer individuellen Identität fast schon - schmerzhaft - einfach verständlich ist...und schlußendlich jeder Versuch des «Begreifen wollens» schon im Ansatz zum Scheitern verurteilt ist.
Aber auch dieser Weg hat sein Gutes, weil jede Erfahrung und Erkenntnis, ob sie nun als richtig oder falsch, als gut oder schlecht, als dienlich oder nicht dienlich empfunden wird, uns einen Schritt weiter in der persönlichen und kollektiven Entwicklung bringt. Also...irgendwie ist alles ein großes Paradoxon...oder ?
Ein Zen-Meister wurde von einem Schüler gefragt, wie er Erleuchtung erlangen könne. Die Antwort war: "Durch richtige Entscheidungen." Darauf fragte der Schüler wie er lernen könne richtige Entscheidungen zu treffen. Der Zen-Meister antwortete, daß es dazu Erfahrung bedürfe. Darauf wollte der Student wissen wie er die notwendige Erfahrung sammeln könne.
Darauf der Meister: "Durch falsche Entscheidungen."
«Taoismus» gibt es eigentlich gar nicht. Er ist keine Religion. Er ist keine Institution. Er ist nicht einmal ein Ismus. Er ist eine Idee, eine Sammlung von Methoden zur Schaffung von Frieden und dient der Erhaltung der Gesundheit und zur Verlängerung von Leben. Sonst nichts. Kleiner Zusatz: Eine Art Leitfaden zur individuellen Persönlichkeitsentwicklung...
Und genaugenommen gäbe es ja gar nix über den Taoismus bzw. «den Weg des Tao» zu berichten...weil jeder Versuch «das was ist» festzuhalten und zu beschreiben, im selben Moment schon wieder obsolet ist...und wir brauchen ja nicht wirklich irgendwelche Überzeugungen oder Erklärungen...so erscheint es mir jedenfalls. Jetzt...
Also: Wir brauchen an nichts zu glauben und auf nichts blind zu vertrauen. Wir brauchen keine Gelübde abzulegen (dies als Gegensatz zu vielen Religionen oder Glaubensgemeinschaften). Wir dürfen lediglich ein paar Grundgedanken beherzigen und regelmäßig ein paar leichte psychophysische Übungen (in welcher Form auch immer...Hsin Tao, Taiji, Qigong, Wushu, Yoga, einfache Atmemübungen usw...) durchzuführen die unserer Gesundheit und Klarheit dienen, und schon könnten wir uns Taoisten bzw. «naturverbundene Menschen» nennen...wobei dies nebensächlich ist und natürlich nur eine Möglichkeit von vielen darstellt, um sich seiner Verbundenheit zum Leben und der natürlichen Ordnung bewußt zu sein oder bewußt zu werden.
Tao lässt sich halbwegs treffend mit «Weg» übersetzen und bezieht sich auf das, was zufällig auf dem Weg oder der großen Straße des Lebens passiert.
Der Taoismus ist der Weg des Annehmens all dessen was ist (siehe OK), was von selbst geschieht, auch Liebe genannt...es ist die Kunst, den
Möglichkeiten entsprechend zu leben, die sich von(m?) selbst ergeben - deshalb ist er so abenteuerlich - ungewohnt einfach...
Wir brauchen uns von keiner einmal gefassten Überzeugung und keinem Glauben, auch nicht dem Materialismus abwenden (eine "gesunde" Bescheidenheit und das Wissen um die eigenen "wahren" Bedürfnisse vorausgesetzt...), um in diesem großartigen Spiel des Taoismus mitzuspielen.
Genausowenig verlangt der Taoismus eine Konfrontation mit Dingen die uns lieb oder teuer sind. Im Gegenteil, wenn wir uns dem natürlichen Lauf der Dinge überlassen, also dem Tao, wird unser Leben in allen bestehenden Aspekten davon profitieren und darüber hinaus ein paar sehr interessante, vorteilhafte und nachhaltige Neuerungen erfahren.
Der Taoist geht den Weg des Individualismus und der differenzierten Auseinandersetzung mit dem angelernten Wissen. Ein Mensch, der sich an seiner eigenen tiefverwurzelten Sittlichkeit orientiert, wird stets richtig handeln, es können keine Konflikte zwischen Spiritualität und Genuss auftreten.
Er erkennt die Erde als lebendiges Wesen und begreift sich als einen komplexen Teil davon. Er erforscht die
natürlich-universellen Gesetzmäßigkeiten und sieht die Welt und den Kosmos als eine allumfassende, sich selbst regulierende Einheit die im steten Wandel
ist. Im großen wie im kleinen.
Der Taoismus, seine Begründer und was dahinter steht
«Laotse» oder Laotzu/Laozi/Lao-tse ist ein legendärer chinesischer Philosoph, der im 6. Jahrhundert v. Chr. gelebt haben soll. Er gilt als der Begründer des Daoismus/Taoismus. Ihm wird der einflussreichste daoistische Text zugeschrieben:
«Tao Te King» bzw. «Tao Teh Ching»
Weitere taoistische Schriften sind darüber hinaus: Verfasst vom chinesischen Philosophen «Chuang Tzu/Zhuang Zi» wird das von ihm verfasste Werk «Chuang Tzui» bezeichnet. Zusammen mit dem Tao Te King gilt es als Hauptwerk des Daoismus. Weiters u.a. «Lieh Tzu» und das «I-Ching» (das Buch der Wandlungen).
Laotse empfand dass erst der Mensch und seine Taten die sonst perfekte Ordnung der Dinge durcheinander brachten, und riet daher den Menschen, sich von den verrückten, menschlichen Begierden und Wünschen abzuwenden und zurückzukehren zu den eigenen natürlichen Quellen. (Ein sinniger Hinweis auf unsere heutige Lebensweisen mit den sich schon anbahnenden Anzeichen sich zu reduzieren...)
Um diese Ruhe zu erlangen ist das TAO das zentrale Mittel, eine Ausdrucksform für etwas, das man als «Weg», «Pfad» oder als eine «Methode» beschreiben kann, um eben über diesen Weg zu sich selbst zu finden, die innere Ruhe und Gelassenheit, Ausgeglichenheit, Zentriertheit, die Reise zu sich selbst, sein inneres Wesen, seine Seele...eine formlose, unergründbare Quelle allen Daseins.
Weiters sagt Laotse, dass alles Wollen und Streben sehr kontraproduktiv sei, denn man könne sich weder gegen sein Schicksal auflehnen, noch sollte man an den falschen (rein materialistisch orientierten - außenstehenden) Werten festhalten. Siehe Fisch, Köder und Haken...der Fisch frißt den Köder ohne den Haken zu beachten. Allerdings meine ich das es ab und zu auch notwendig sein darf mal am Haken zu hängen...siehe dazu die Geschichte des Zen-Meisters am am Anfang der Seite.
Das «Nicht-Tun» oder «WuWei» ist das höchste Prinzip, was jedoch nicht heißt, dass man sich tatenlos zurücklehnen soll, sondern dass man sich mit den natürlichen Wegen des Schicksals abfinden und nicht gegen sie ankämpfen soll. Wie ein Fisch im Wasser sich den Wellen und Strömungen anpasst und mit Ihnen mitschwimmt...
Für uns westliche Menschen kann so etwas utopisch und weltfremd klingen...es beruht auf der Einsicht, dass das Tao, welches aller Dinge Ursprung und Ziel ist, von selbst zum Ausgleich aller Kräfte und damit zur optimalen Lösung drängt. Tun ist für Laotse ein (absichtliches) Abweichen vom natürlichen Gleichgewicht durch menschliche Maßlosigkeit. Jede Abweichung hat darum eine (absichtslose) Gegenbewegung zur Folge, die das gestörte Gleichgewicht wiederherzustellen sucht. Einfach so...
Die Natur als DIE bestimmende Kraft besteht unabänderlich aus Veränderung, und dies zu akzeptieren heißt, auch den konstanten Rhythmus von Tod und Leben nicht mehr fürchten. Und da wir Teil der natürlichen Ordnung sind...bestehen auch wir aus Veränderung...darauf habe ich schon in dem einen oder anderen Text auf dieser Homepage hingewiesen.
Das Tao ist die natürliche Ordnung und der natürliche Weg der Dinge, eine Kraft, die durch alle Lebewesen und durch das ganze Universum fließt. Basis für die philosophische Betrachtungsweise waren vermutlich Erkenntnisse aus Beobachtungen verschiedenster Naturprozesse (Wechsel der Jahreszeiten, Rhythmen der Meeresgezeiten, Wandel von Tag und Nacht, die Evolution an sich..."Stirb und Werde"...). Der Mensch soll sich von den Rhythmen die ihn umgeben, leiten bzw. tragen lassen. Selbstbestimmung und Menschenliebe dürfen betont werden. "Wer im Sinne des Tao sein Leben führt, ist wunschlos, frei von Begehrlichkeit, im Einklang mit seinem natürlichen, ursprünglichen Wesen." Raum geben dem was wirklich IST...Intuition...sich entfernen von absoluten Denkvorgängen und dem rein rationalen und analytischen Verständnis - hin zu einem empfänglichen, natürlich-authentischen Zustand. Wunderbare Visionen und mögliche "Ziele" - und nicht nur als Großstadtmensch scheinbar fast unerreichbar...aber...machen wir uns doch auf die Suche nach Ausgleich und Balance...und wir werden Antworten, Mittel und "Wege" finden.
Das Tao entzieht sich unserer Wahrnehmung, denn es ist ein Teil von uns und wir sind ein Teil von ihm, denn wir sind «...gleich einem Schwert das schneidet, doch sich selbst nicht schneiden kann...gleich einem Auge, das sieht, doch sich selbst nicht sehen kann...» (Zhuang Zi)
Dualität und Erkenntnis
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Das Gleichgewicht der Polaritäten wird auch in dem bekannten Symbol «Ying Yang» dargestellt. Ying (schwarz) steht für das Weibliche, dunkle,
passive, zurückgezogene - Yang (weiß) repräsentiert das Männliche, helle, aktive, starke, mitteilsame, ausdehnungsfähige. Dieses Prinzip wirkt in allen Bereichen unseres
Lebens.
Alles im Universum beinhaltet sowohl Ying, als auch Yang...all die Gegensätze bedingen einander um existieren zu können, so hat alles Böse sein Gutes, jeder Sturm wird von Ruhe davor und danach begleitet, die Jahreszeiten bringen das Wachstum und den Verfall im konstanten Kreislauf.
Wer versteht dass beide Kräfte in allem bestehen, wird sich in widrigen Situationen nicht fürchten oder ärgern, er weiß dass danach wieder gute Zeiten kommen. Ebenso genießt er die guten Situationen, ohne sich an Ihnen festzuklammern, denn auch sie unterliegen dem ewigen Fluss der Natur, sind nicht ewig. Das Leben mit seiner Dualität unterliegt also dem harmonischen Feld von Dynamik und Entspannung das zwischen den einzelnen Polen steht. Und wir mittendrin. Wenn Sie also Spannungen verspüren...dann sind Sie am richtigen Dampfer... ;)
Die Rezeptur taoistischer Weisheit ist so schmerzhaft einfach, dass unser Wissen es nicht glauben mag:
Mit dem Verschwinden der Dualität - hin zur Einheit und Verbundenheit - in der wir uns ständig mit unserem (Zeit)Denken von den täglichen Erfahrungen (Probleme, Sorgen, Themen, Symptome usw.) als Individium/Person abtrennen, wird die seit dem Uranfang bestehende Einheit zwischen Schöpfung und Geschöpf für uns fühlbar. Das Feld des reinen Bewußtseins als jener Bereich wo uns alle Möglichkeiten offen stehen - und - wo Heilung geschehen kann.
Das Leben als ein erkenntnisgewinnender Prozess - eine grundlegende innere Bewusstseinsverlagerung mit einer Kultivierung der Dynamik - ins Gleichgewicht kommen durch die positive Transformation unserer Motive, unserer Handlungen sowie unserer Unterscheidungsfähigkeit zwischen dem, was in Raum und Zeit förderlich und dem, was nicht förderlich ist.
Und die Aufmerksamkeit des Beobachters, der um seine Einheit mit dem, was er beobachtet, weiß, besorgt den Rest: Wir begegnen den Herausforderungen des Lebens mit Gefasstheit und Würde. Es wird Höhen und Tiefen geben, weil Glück und Leid einander brauchen, aber Menschen des Tao werden ohne Furcht auch die Täler durchschreiten, weil wir die Gewißheit besitzen, dass es jedes Mal wieder hinauf zu den Höhen geht.
Im Sich-Aufgeben und loslassen verschiedenster Überzeugungen und Glaubenssätze verschwinden die Widerstände unseres Verstandes ins Nichts, in unserem Inneren ist niemand mehr da, der sich fürchtet oder der sich den Impulsen aus dem Urgrund der Dinge verschließt. Wir erkennen die Notwendigkeit zur Veränderung. Wir lassen die Einsicht zur Flamme werden.
Der Weg ist der Pfad der Erkenntnis, einer Erkenntnis, die für alle Zukunft begriffen hat, dass unsere Beobachtung der Dinge für die Harmonie sorgt, die wir so dringend brauchen. Und somit schließt sich für mich der Kreis. Hin zur ontologischen Kinesiologie. Einfach so.
Wenn Laotse sagt «das die Wahrheit mit wenigen Worten auskommt»...hab ich hier und jetzt schon wieder viel zu viel geschrieben...aber schließlich hat ER das gesagt...
Dinge wahrzunehmen ist der Keim der Intelligenz.
(Laotse)
An dieser Stelle möchte ich mich noch bei einem Menschen bedanken, der für einige Jahre mein Lehrer war und mir in vielerlei
Hinsicht meine Augen öffnete und mein Herz berührte - der mich in Dingen unterrichtete und Möglichkeiten aufzeigte von denen ich bis dahin nur gehört oder gelesen hatte - ein Mann der auch
mal sehr streng sein konnte - weil es halt grad notwendig war...durch ihn konnte ich Dinge erfahren die ich ansonsten wahrscheinlich nie auf diese Art und Weise erfahren hätte - ich danke von
ganzem HERZEN das sich mein Weg für eine Zeit lang an den seinen anfügen durfte...
Ich spreche hier von Wang Dongfeng (He Xian), ein daoistischer Mönch aus China, der seit 1986 in Wien
lebt.
Ich habe Dir gesagt, von Anfang an waren Himmel und Erde zusammen, U-chi, das ist Dao. Der Ursprung des Kosmos liegt im Dao. Wenn der Mensch seinen Geist und seinen Körper mit dem Dao verschmilzt und zwar lange Zeit, ohne Unterbrechung, wenn er Geist und Körper trainiert, um Dao zu finden, zu erlangen und so das Ziel erreicht, so hat das zur Folge: Geistige Kraft, Vitalität, körperliche Gesundheit und positives Denken. Dann wird alles gut werden, die Menschen werden zufrieden sein und lachen.
Das ist mein Name, Wang Dongfeng, daoistischer Name He Xian.
© Wang Dongfeng
DANKE He Xian - wir sehen uns wieder - irgendwo - irgendwann...