Psychosoziale Kompetenz und Gesundheit
Wir leben in einer ungeheuer interessanten Zeit des Umbruchs, wo ein mechanistisch-materialistisches Weltbild (der patriachale Geist) in Frage gestellt wird und an seiner Stelle, eine nachhaltige und
menschlichere Sichtweise (der matristische Geist) - ein Ausbalancierung hin zu weiblichen Werten - entstehen kann.
Wenn es um die Bewältigung gegenwärtiger und künftiger gesellschaftlicher Herausforderungen geht, wird es nach Meinung vieler Experten aus Wirtschaft und Gesellschaft, künftig eine Schlüsselqualifikation an der Schnittstelle Mensch/Mensch geben, die immer mehr in den Vordergrund tritt:
«Psychosoziale Kompetenz»
Psychosoziale Kompetenz spricht auf der persönlichen Ebene die Fähigkeit zur Selbstregulation von körperlichen, seelischen und geistigen Prozessen an.
Darüber hinaus bedeutet psychosoziale Kompetenz:
«Die Fähigkeit zur Gestaltung von sozialen Kontakten und das Bewusstsein, für die Verantwortung gegenüber dem sozialen, ökonomischen und ökologischen Umfeld.»
Psychosoziale Kompetenz impliziert also die Fähigkeit, mit sich selbst und den Mitmenschen in Einklang zu leben, um Kommunikativ und Kooperativ an der gemeinsamen Lösung von Problemen arbeiten zu können.
Psychosoziale Kompetenz als Überbegriff für folgende 3 Kernkompetenzen:
1. Emotionale Intelligenz / Seelische Komponente
z.B. Empathie, Integrität, Loyalität usw. - wahrnehmen und benennen von Regungen und Impulsen als Erregungszustand - nicht zu verwechseln mit Gefühlen als Empfindungszustand, weiters die Fähigkeit zur Selbstmotivation, Selbstregulierung, Selbstmanagement - und - Fähigkeiten im sozialen Umgang. Soziale Interaktion als Wechselwirkung innerhalb von Gruppen oder Beziehungen = soziale und kommunikative Kompetenz = Kommunikationsfähigkeit und -bereitschaft = der Wille konstruktiv zu kommunizieren.
Ein wesentlicher Faktor der weiterführenden emotionalen Intelligenz ist der kompetente und wertschätzende Umgang in der Wahrnehmung, Differenzierung und Zuordnung
von Eigen- und Fremdgefühlen oder Emotionen. Diese Fähigkeit verlangt eine geschärfte Aufmerksamkeit, Bewusstheit, Reflektionsfähigkeit und "sanfte Kontrolle" über die eigenen Befindlichkeiten,
Regungen, Impulse und Reflexe mit denen wir permanent konfrontiert sind. Desweiteren darf man sich der emotionalen Auswirkungen des eigenen Verhaltens auf andere Menschen bewusst sein und auch
die notwendige Verantwortung dafür tragen.(wie z.B. das Eingestehen eigener Fehler, Gefühle zur Sprache bringen, Zuwendung und Aufmerksamkeit den anderen gegenüber = wie u.a. "wirklich" zuhören
usw.)
2. Rationale Intelligenz / Geistige Komponente
Sachverstand, Verstand, Mentale Fähigkeit, Konzentration, Wissen, Wissenschaften, Intelligenz als Eigenschaft UND Fähigkeit, Analyse, Schlüsse ziehen, abstrakt denken und planen, Know How, Methoden und Fertigkeiten die man sich aneignet = sogenannte "Hard Skills". Oder aber auch die bewußte, konzentrierte und systematische Auseinandersetzung mit persönlichen Themen auf rationaler, verstandesmäßiger Ebene = Reflexionsfähigkeit.
3. Körperintelligenz / Physische Komponente
Alles was wir "tun" - oder anders formuliert - alles was in unserem Leben "passiert", wie wir unser Leben gestalten, wie wir handeln - geistig / seelisch - bezieht sich auch auf unseren Körper bzw. findet seinen Niederschlag in körperlichen Strukturen. Emotionale oder geistige Vorgänge bzw. Aktivitäten als Auslöser für eine permanente Wechselwirkung (im Zeitkontinuum) zwischen Geist, Körper und Seele. Mit dementsprechenden Auswirkungen auf Muskeltonus und vegetativem Nervensystem und in weiterer Folge auch auf das menschliche Genom. D.h. Aspekte des menschlichen Verhaltens wie denken oder fühlen, aber auch äußere Umwelteinflüsse (soziale Faktoren/Gesellschaft/Kultur usw.) haben eine direkte Wechselwirkung auf die kleinsten Bausteine (ektrochemische Vorgänge auf molekularer Ebene) innerhalb unseres Körpers. Daher auch die Sichtweise das sich ein inneres Ungleichgewicht zu allererst auf feinstofflicher und in weiterer Folge auf körperlicher Ebene zeigen kann bzw. manifestiert (Funktionsstörungen). Dazu ein interessantes Video - bitte hier klicken.
Daher: Die
Entwicklung von emotionaler Intelligenz (emotionale Prozesse) und rationaler Intelligenz (mentale Prozesse) können nur sehr eingeschränkt ohne einer gewissen physischen
Sensibilisierung/Aktivierung von Selbst- bzw. Körperwahrnehmung, Körpergefühl, Bewußtsein für den eigenen Körper (psychophyse), Verstehen der Körpersprache
usw. stattfinden.
In der ontologischen Kinesiologie werden alle genannten Aspekte miteinbezogen. Siehe dazu:
Lebensebenen und Caduzeuskräfte
Die ontologische Kinesiologie kann uns beim Formulieren einer neuen und besseren Gesellschaft unterstützen. Sie zeigt uns durch einfaches Reflektieren von Lebensprozessen auf, wie wir uns selbst und unsere Umwelt wahrnehmen, um dadurch Selbstverantwortung als Leitmotiv zu integrieren.
Die Gesundheit wird in der Verfassung der WHO definiert als ein Zustand vollständigen physischen, geistigen und sozialen Wohlbefindens, der sich nicht nur durch die Abwesenheit von Krankheit oder Behinderung auszeichnet. Dieser Gesundheitsbegriff wurde durch das Konzept der Gesundheitsförderung in der Ottawa-Charta von der WHO 1986 weiterentwickelt. Darin wird postuliert, dass zur Erreichung dieses Zustandes sowohl Einzelne als auch Gruppen ihre Bedürfnisse befriedigen, ihre Wünsche und Hoffnungen wahrnehmen und verwirklichen sowie ihre Umwelt meistern bzw. verändern können. In diesem Sinne wird Gesundheit als Zustand des vollständigen, körperlichen, geistigen und sozialen Wohlbefindens definiert und als ein wesentlicher Bestandteil des alltäglichen Lebens verstanden – und nicht als vorrangiges Lebensziel.
Andere beherrschen erfordert Kraft.
Sich selbst beherrschen fordert Stärke.
(Laotse)