Umgang mit Gefühlen und ihre Vermeidungskultur
Unsere Gefühle können unser Wohlbefinden und unsere Gesundheit wesentlich und nachhaltig beeinflussen.
Der Versuch der Gefühlsregulierung über Alkoholkonsum, Zigarettenrauchen, Einnahme von Medikamenten oder durch Fehlernährung ist mittlerweile ein weit verbreitetes Erscheinungsbild in unserer Gesellschaft.
Scheinbare "Selbstverwirklichung" durch Besitz und Konsum
Auch übermäßiger Fernsehkonsum bzw. Konsumzwang (und damit einhergehend der "Erwerbszwang") im allgemeinen «unterstützen» uns dabei, unsere Gefühle zu ignorieren bzw. nicht hinzusehen wo unsere wahren Bedürfnisse liegen.
Angenehme Gefühle herbeiführen zu wollen und unerwünschte Gefühle zu unterdrücken ist für jeden Menschen (Lustprinzip) eine nachempfindbare Haltung. Diese Neigung erweist sich jedoch als ein persönliche Potentiale und gesellschaftliche Ressourcen verzehrendes Vorhaben. Wenn dieses Bemühen nonkonform zu wahrlich vorhandenen inneren Befindlichkeiten betrieben wird.
Unerwünschte und von unserer Gesellschaft als «negativ» stigmatisierte Gefühle wie Enttäuschung, Wut, Trauer und Schmerz werden verdrängt. Dies erzeugt in der Folge tief greifende innere Spannungen und die Neigung, unerledigte psychische Prozesse zu somatisieren. Gleichzeitig entsteht die Tendenz, diese Gefühle zu kompensieren bzw. auszuleben in Form von Gewaltausbrüchen, depressiven Phasen, Mobbing, Suizidgedanken, innere Kündigung am Arbeitsplatz etc. um dadurch möglicherweise in einen Teufelskreis von Fehl- und Mangelernährung, Schlafstörungen, Burn out u.a. zu geraten, statt diesen Gefühlen durch Bewusstheit und Reflexion den erforderlichen Raum zu geben.
Stärkung der Selbstwahrnehmung und Selbstachtung - dass wir über die in der Kindheit entstandenen und im Laufe unseres Daseins weiterentwickelten Verhaltensmuster hinauswachsen - und diese bewusst beobachten, „kontrollieren“ und filtern können. Um so ein besseres Leben zu führen.
Eine gesunde Geistesverfassung besitzen wir,
wenn wir einen leichten Zugang in unserem Innern
zu unserer ursprünglichen und wahren Natur finden,
wenn wir nach außen hin korrekt handeln
- und -
halbwegs vernünftig sind,
ohne uns in Dinge zu verstricken.
(Laotse)